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Neue innergesellschaftliche Gewaltpotenziale

Aufgrund von globalisierungsbedingten Entwicklungen geraten auch die westlichen Demokratien im Inneren unter Druck. „Unverfasste“ Globalisierungskräfte, etwa global agierende transnationale Akteure, drohen die Fundamente, auf denen die Demokratien beruhen auszuhöhlen. Probleme des Friedens innerhalb von demokratischen Staaten sind deshalb genauso relevant und auf ihre zukünftigen Bedingungen hin zu untersuchen, wie das Problem des Friedens zwischen Staaten. Liberale Friedensstrategien haben diese Entwicklungen noch nicht ausreichend erfasst.

In dem Forschungscluster wird analysiert, welche konfliktträchtigen Verwerfungen in Europa durch globalisierungsinduzierte Prozesse, wie etwa steigende Verteilungsungleichheit, zu erwarten sind. In diesen Zusammenhang gehören Fragen danach, inwieweit demokratische Prinzipien wie Verregelung, Repräsentation und Partizipation innergesellschaftlich noch konfliktbindende Wirkung entfalten. Eine nachlassende Bindewirkung hat Auswirkungen auch auf Prozesse der Politisierung und Radikalisierung. Sie werden auf zwei Aspekte hin untersucht. Zum einen, inwieweit Politisierung und Radikalisierung zu Konflikten und Gewalt führen, zum anderen, inwieweit sie über die Thematisierung sozialer und politischer Missstände konfliktüberwindend wirken können. Hier sind auch die Reaktionen der Sicherheitsinstitutionen und -kräfte auf die neuen innergesellschaftlichen Herausforderungen mit zu berücksichtigen.

 

Kontakt: Martin Kahl

 

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