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Projekte

Neue Technologien und die Zukunft der Kriegführung

Die aktuelle Drohnendebatte zeigt, dass nach jahrelanger Forschung und Entwicklung neue Waffentechnologien verstärkt eingesetzt werden. Relevante Trends sind die Einbeziehung des Weltraums und des Cyberspace, die elektronische Vernetzung, die verstärkte Nutzung unbemannter Systeme (inkl. Autonomie) und die Erhöhung der Zielgenauigkeit verschiedener Systeme unterschiedlicher Reichweite. Daraus ergeben sich viele sicherheitspolitische, ethische und völkerrechtliche Fragen, aber auch Ansätze für soziologische und politikwissenschaftliche Analysen. Als eine Folge dieser Trends sind neue militärstrategische Konzepte wie u.a. netzwerkzentrierte Kriegführung und Prompt Global Strike anzusehen. Ziel dieses Projekts ist es, einerseits die Bedingungsfaktoren bestimmter neuer Technologien und andererseits den Einfluss neuer Technologien auf die Kriegführung aus wissenschaftlich-technischer und operativer Sicht zu untersuchen.

Bearbeiter: Prof Dr. Götz Neuneck, Dr. Christian Alwardt, Prof. Dr. Michael Brzoska, Johanna Polle 
Förderinstitution: IFSH
Laufzeit: seit 2014

Challenges to Deep Nuclear Cuts

Mit der aktuellen Krise um die Ukraine hat auch das Verhältnis des Westens zu Russland nachhaltig gelitten. Sowohl in Washington als auch in Moskau werden vermehrt Stimmen laut, die eine offensivere Politik gegenüber dem jeweils anderen fordern. In diesem Zusammenhang werden auch rüstungskontrollpolitische Maßnahmen, wie bspw. der INF-Vertrag, infrage gestellt und ein verstärktes militärisches Engagement der NATO in Osteuropa ins Auge gefasst. Obwohl durch die beschriebene Situation die Ausgangslage für die internationale Rüstungskontrolle und die Verringerung von Nuklearwaffenpotenzialen schlechter geworden ist, bietet die momentane Krise auch den augenfälligen Anlass, bestehende Potenziale und Kooperationsstrukturen zu überdenken.

Ziel dieses Forschungs- und Beratungsprojekts ist es, den Rüstungskontrolldialog auf P5 (USA-Russland-Frankreich-Großbritannien-China)-Ebene aufrechtzuerhalten, Hindernisse auf dem Weg weiterer U.S.-russischer Abrüstung im nuklearen und konventionellen Bereich aufzuzeigen und konkrete Lösungsvorschläge für deren Überwindung zu unterbreiten. Dies soll zur Vermeidung möglicher fataler Missverständnisse sowie zur Erhöhung von Transparenz beitragen und langfristig weiterhin das Ziel verfolgen, bestehende nukleare Bestände zu verringern.

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Lina-Marieke Hilgert
Förderinstitution: Auswärtiges Amt
Laufzeit: seit 2013

Regionale Raketenabwehr

Aufbauend auf einer IFAR²-Studie zur Raketenabwehr in Europa, wird in diesem Projekt eine aktualisierte englische Kurzstudie erarbeitet. Neben einer kompakten Darstellung der Grundlagen von Raketenabwehr liegt ein besonderer Fokus dieser Studie auf den aktuellen technologischen Entwicklungen und den regionalen Stationierungsplänen der Vereinigten Staaten und seiner Verbündeten. Bei den betrachteten Regionen handelt es sich insbesondere um Europa und Ostasien. Analysiert werden die Kapazitäten und der Umfang der sich ausbildenden regionalen Raketenabwehrarchitekturen sowie ihr potenzieller Einfluss auf die strategische Stabilität und nukleare Rüstungskontrolle zwischen den USA, Russland und China.

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Dr. Christian Alwardt
Förderinstitution: IFSH
Laufzeit: seit 2017

Nuclear Dismantlement

Die multilaterale, physikalische Zerstörung eines Nuklearsprengkopfes ist bisher ungelöst. Einerseits dürfen nach den Bestimmungen des NVV die Geheimnisse des Designs eines Nuklearsprengkopfes nicht weitergegeben werden, andererseits sollen in einem zukünftigen Zerstörungsregime Inspekteure, auch aus Nichtnuklearwaffenstaaten, mit hoher Sicherheit sagen können, dass ein zur Abrüstung vorgesehener Nuklearsprengkopf zerlegt wurde. Sowohl national wie international sind technische und sicherheitspolitische Bemühungen im Gang, um den irreversiblen Zerstörungsprozess genauer zu beschreiben. Das Projekt begleitet diese Arbeiten und erstellt technisch-wissenschaftliche Analysen zu diesem Kernproblem nuklearer Abrüstung. Dabei werden auch die Art, die Menge und der Ort für den Zerlegungsprozess mit einbezogen.

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck
Finanzierung: IFSH, Auswärtiges Amt
Laufzeit: seit 2014

Die Humanitäre Initiative und die Aussichten für nukleare Abrüstung

International nimmt der Druck auf die Nuklearwaffenstaaten zu, tiefe Einschnitte in die nuklearen Arsenale vorzunehmen. Ziel bleibt letztlich eine Welt ohne Nuklearwaffen. Eine große Mehrheit von Nichtnuklearwaffenstaaten hat auf der UN-Ebene Verhandlungen vorgeschlagen, in denen der Besitz und der Einsatz von Nuklearwaffen völkerrechtlich verboten werden sollen. Die Frage bleibt, ob dadurch die stagnierende nukleare Abrüstung reaktiviert und die internationale Sicherheit nachhaltig gestärkt werden kann. In dem Projekt wird untersucht, ob die laufenden Anstrengungen den Nichtverbreitungsvertrag und die regionale Sicherheit verbessern können.

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck
Förderinstitution: IFSH, Hamburger Akademie der Wissenschaften
Laufzeit: seit 2016

Neue Rüstungsdynamik im asiatisch-pazifischen Raum

Der asiatisch-pazifische Raum ist einer der bedeutendsten Märkte, zugleich aber auch eine sehr heterogene Region, die durch eine Vielzahl unterschiedlicher Länder und Interessenkonflikte geprägt ist. Wirtschaftliche Interessen, territoriale Streitigkeiten, Ressourcenkonflikte oder hegemoniale Bestrebungen wurden bisher zwar überwiegend gewaltfrei verfolgt/ausgetragen, zunehmend sind aber auch regionale militärische Drohgebärden zu beobachten. Gerade vor dem Hintergrund des nordkoreanischen Nuklear- und Raketenprogramms, aber auch angesichts eines zunehmend konfrontativeren Kurses zwischen den USA und China macht sich Verunsicherung in der Region breit. Neue Rüstungsdynamiken, eine Gefährdung der regionalen Stabilität und die militärische Konflikteskalation könnten zukünftige Folgen sein. Dieses Projekt analysiert die Sicherheitsinteressen innerhalb der Region, untersucht die regionalen Rüstungsbestrebungen und erarbeitet rüstungskontrollpolitische Ansätze mit dem Ziel, das Vertrauen und die Krisenstabilität innerhalb der Region zu stärken.

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Dr. Christian Alwardt
Finanzierung: IFSH
Laufzeit: seit 2017

Cyberwarfare und das Militär

Das Projekt “Cyberwarfare und das Militär” untersucht die zunehmende Militarisierung des Cyberspace, dessen Konsequenzen für die internationale Sicherheit sowie die Möglichkeiten für eine friedliche Entwicklung dieser Domäne. Im Fokus stehen dabei die Fragen der genauen Klassifikation von sogenannten Cyberwaffen, deren Zerstörungs- und Bedrohungspotenzial in Verbindung mit den Verwundbarkeiten und Abhängigkeiten von IT-Systemen. Auf dieser Grundlage werden Möglichkeiten für Vertrauensbildende Maßnahmen erarbeitet und deren Grenzen und Besonderheiten im Kanon etablierter Maßnahmen der internationalen Sicherheit untersucht. Dabei stehen zum einen politische aber vor allem interdisziplinäre Ansätze wie die Entwicklung technischer, IT-gestützter Maßnahmen im Vordergrund. Mit Hilfe dieser Verfahren sollen Konzepte für die Kontrolle und Begrenzung von Cyber-Aufrüstung, der Proliferation von invasiver, militärisch nutzbarer Schadsoftware sowie Abrüstungsverfahren entwickelt und politischen Entscheidern beratend zur Verfügung gestellt werden.

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Thomas Reinhold
Förderinstitution: IFSH
Laufzeit: seit 2017

N.EX.T – Nuclear Experts Talks – The NEXT Generation (Phase 1)

Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und der neuen Spannungen zwischen dem Westen und Russland bestehen erhebliche Defizite im internationalen Nachwuchs von Expertise für die wissenschaftliche und politikberatende Debatte zur euro-atlantischen und globalen nuklearen Abrüstung und Rüstungskontrolle. Durch Analyse in Arbeitspapieren und einen gemeinsamen Workshop soll Nachwuchsförderung betrieben werden.

Im Juni 2016 hat das Projekt NEXT seine Arbeit aufgenommen. Auf dem ersten Arbeitstreffen in Berlin vom 20.-22. November 2016 diskutierten die 15 Teilnehmer aus den USA, Russland und Europa (NEXT-Fellows) ihre fünf Arbeitspapiere zur internationalen nuklearen Abrüstung und Nichtverbreitung. Die Veröffentlichung der Papiere in einem Sammelband und ihre Vorstellung in Berlin, Moskau und Washington ist in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung für das Frühjahr 2017 vorgesehen.

Bearbeiter: Dr. Ulrich Kühn
Förderinstitution: Heinrich-Böll-Stiftung
Laufzeit: seit 2016

Abgeschlossene Projekte (Auswahl)

Klimawandel und Sicherheit

Bearbeiter: Prof. Dr. Michael Brzoska, Dr. Christian Alwardt, Prof. Dr. Götz Neuneck
Förderinstitution: IFSH, DFG (über Klima-Exzellenzcluster)
Laufzeit: 2007-2015

 

 

Die Reduzierung der Bedeutung taktischer Nuklearwaffen in Europa

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Dr. Oliver Meier, Katarzyna Kubiak
Förderinstitution: William and Flora Hewlett Stiftung
Laufzeit: 2010-2013

Link zur Projektwebseite

 

Missile Defense und ihre rüstungskontrollpolitischen Implikationen

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Christian Alwardt, Jan Stupl, Hans Christian Gils
Förderinstitution: IFSH, AA, Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Laufzeit: 2008-2010

 

Dual-Use, Technologietransfer und Nichtverbreitung bei MVW

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Dr. Oliver Meier
Förderinstitution: Deutsche Stiftung Friedensforschung
Laufzeit: 2008-2010

 

Kontrolle konventioneller Rüstungstransfers

Bearbeiter: Prof. Dr. Michael Brzoska
Förderinstitution: IFSH
Laufzeit: 2006-2010

 

Erosion des Atomwaffensperrvertrags

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Prof. Dr. Michael Brzoska, Dr. Oliver Meier
Förderinstitution: IFSH
Laufzeit: 2005-2010

 

Weltraumpolitik, Space Surveillance und präventive Rüstungskontrolle

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Dr. Marcel Dickow, Christian Alwardt
Förderinstitution: IFSH, Volkswagenstiftung
Laufzeit: 2000-2009

 

Entwicklung im Sektor Unmanned Aerial Vehicles und Cruise Missiles

Bearbeiter: Prof. Dr. Götz Neuneck, Christian Alwardt, Prof. Dr. Michael Brzoska
Förderinstitution: IFSH, TAB
Laufzeit: 2003-2008

 

Nicht-integrative Rüstungskontrolle

Bearbeiter: Dr. Oliver Meier
Förderinstitution: Fritz Thyssen Stiftung, Deutsche Stiftung Friedensforschung
Laufzeit: 2005-2008

 

Die EU als Rüstungskontrollakteur

Bearbeiter: Prof. Dr. Michael Brzoska, Prof. Dr. Götz Neuneck, Dr. Oliver Meier
Förderinstitution: IFSH
Laufzeit: 2004-2005