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Das IFSH

Forschung · Beratung · Lehre

Das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik ist eine eigenständige Forschungseinrichtung an der Universität Hamburg. Der Doppelbegriff im Institutsnamen unterstreicht die zentrale Arbeitshypothese: Friedenswahrung und Sicherheitsvorsorge bedingen sich wechselseitig. Sie können nicht unabhängig voneinander verfolgt werden. Deshalb orientiert sich die Institutsarbeit am Postulat einer sowohl leistungsstarken wie konsequent friedensverträglichen Sicherheitspolitik.

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Das IFSH trauert um Egon Bahr

 

In der Nacht auf den 20. August ist Egon Bahr gestorben. Das IFSH hat einen langjährigen Berater, Förderer, Direktor und Leitstern seiner Arbeit verloren.

Egon Bahr hat sich in den 1960er und 1970er Jahren historische Verdienste als Architekt einer neuen Ost- und Deutschlandpolitik erworben. Damit wurde ein Fundament für das Ende des Kalten Krieges gelegt. In den 1980er Jahren fügte er mit seinem Beitrag zum Konzept der „Gemeinsamen Sicherheit“ einen
wichtigen Baustein für ein gemeinsames Haus Europa hinzu.  

1984, als der Kalte Krieg in eine neue heiße Phase zu driften drohte, wurde Egon Bahr Direktor des IFSH. Egon Bahr sah in der Ausarbeitung der Idee der Gemeinsamen Sicherheit mit Experten des IFSH die Chance, eine neue gedankliche Grundlage für nachhaltige  Entspannung als Alternative zur Aufrüstung auf der Basis alten Denkens zu schaffen. Entscheidend für den Erfolg wurde  die Aufnahme der Ideen in der damaligen Sowjetunion unter Michail Gorbatschow. Egon Bahr trug aktiv zum Wandel bei, durch seine persönlichen Kontakte, aber auch durch Gesprächskreise und Veranstaltungen des IFSH.

1994 gab  Egon Bahr das Amt des Direktors ab. Der Kalte Krieg war ein historisches Relikt, aber der Frieden in Europa nicht dauerhaft gesichert. Unter seiner Beratung als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats setzte das IFSH die Arbeit an einer Friedensordnung für Europa fort, die unter anderem in der Gründung des erfolgreichen Zentrums für OSZE-Forschung am IFSH mündete. Auch für einen anderen Schwerpunkt der Arbeit des IFSH, die Rüstungskontrolle, blieb Egon Bahr bis in die jüngste Zeit ein wichtiger Berater. So veröffentlichte er gemeinsam mit IFSH-Experten Artikel zur Unterstützung von „Global Zero“, der Abschaffung aller Atomwaffen.

Als Realist mit dem Ziel einer friedlichen Welt mahnte er, nicht machtvergessen aber auch nicht machtversessen zu sein, den Dialog zu suchen, ohne blind für Interessen zu sein. Für die wissenschaftliche Arbeit des IFSH werden diese Ziele und Mahnungen auch in der Zukunft prägend bleiben.

 

 

 

Forschung und Beratung
Mittelfristiges Arbeitsprogramm 2013 - 2018
Friedensstrategien heute – Friedens- und Sicherheitspolitik an Bruchstellen der Globalisierung

Mit seinem neuen Arbeitsprogramm will das IFSH bewusst die Begriffe Frieden und Friedenspolitik in den Mittelpunkt rücken und die veränderten Bedingungen, mit denen sich Friedenstheorie und Friedenpolitik heute auseinandersetzen müssen, untersuchen.

Das IFSH will analysieren, auf welchen Grundannahmen etablierte Friedensstrategien basieren, ob diese Annahmen und die mit ihnen begründeten Maßnahmen im Globalisierungsprozeß noch tragfähig sind und wie Friedensstrategien beschaffen sein müssen, die den gewandelten Rahmenbedingungen Rechnung tragen.

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IFSH
Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik
an der Universität Hamburg

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20144 Hamburg
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Fax: +49 (0)40 866 36 15
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