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Praktiken lokaler Friedenswahrung am Beispiel des Ferganatals in Zentralasien

Präsentation beim DIE-Workshop „Building Sustainable Peace“

 

Beim internationalen Workshop über Post-Konfliktprozesse des Deutschen Instituts für Entwicklungsforschung (DIE) in Bonn am 25./26 September 2018 präsentierte IFSH-Wissenschaftlerin Anna Kreikemeyer einen Beitrag zum Thema „Communal Conflict Containment in the Fergana Valley“.

In dem Workshop hatte das DIE Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen Ansätze vor zu stellen, wie in nicht-westlichen Gesellschaften mit neuen Mitteln und Wegen ein dauerhafter Frieden geschaffen werden kann. Hier bestehen derzeit noch beträchtliche Forschungslücken.

Die IFSH-Wissenschaftlerin stellte das Beispiel des zentralasiatischen Ferganatals vor, wo es nicht nur latente Konflikte um ethnische und religiöse Identitäten, sondern auch verbreitete Armut gibt. Sie zeigte wie dort traditionell niedrigschwellige Konflikte innerhalb der Bevölkerung umgangen und so oft vermieden werden. Anna Kreikemeyer hält solche kulturelle und politische Unterschiede zu westlichen demokratischen Gesellschaften für wichtig.

Sie rät deshalb dazu, bei künftigen Interventionen zum Friedensaufbau nach Konflikten stärker auf kulturelle Besonderheiten einzugehen, Regeln und Praktiken, die nicht den westlichen Gepflogenheiten entsprechen, eingehener als bisher zu studieren und zu versuchen, „Fremdes“ zu übersetzen.

So könnten neue Formen des Austausches entwickelt werden, um die Verständigung und gegenseitige Akzeptanz zwischen globalem Norden und Süden zu verbessern, schlägt die IFSH-Wissenschaftlerin vor.