Kontextspalte

Inhalt

 

PANDORA


PROPAGANDA, MOBILISIERUNG UND RADIKALISIERUNG - ZUR GEWALT IN DER VIRTUELLEN UND REALEN WELT

Soziale Medien bilden im zunehmenden Maße einen Ort der Austragung und diskursiven Verarbeitung gesellschaftlicher und politischer Konflikte. Extremistische Individuen und Gruppen nehmen an diesen Auseinandersetzungen teil und nutzen sie als Plattform zur Propaganda, einschließlich Aufrufen zur Gewalt. Im Kontext der Debatte um Flucht und Asyl tritt diese Entwicklung gegenwärtig besonders deutlich hervor.
Das vom BMBF finanzierte Verbundprojekt PANDORA behandelt in diesem Kontext zwei zentrale Forschungsdesiderate. Zum einen versucht es, Aufschluss darüber zu gewinnen, welche Ideologeme, Deutungen und Symboliken sich in Diskursen im Internet abbilden - also in der virtuellen Welt und hier vor allem in sozialen Medien. Zum anderen untersucht es, welche Mobilisierungs- und Radikalisierungseffekte diese Diskurse im Zusammenspiel mit Diskursen in Milieus der realen Welt erzeugen. Mit Studien zu den zwei Referenzmilieus der extremen Rechten und des salafistischen Dschihadismus soll die zentrale Leitfrage beantwortet werden, welche Auswirkungen Online- und Offline-Propaganda auf tatsächliches Gewalthandeln haben, unter welchen realweltlichen Bedingungen dies erfolgt und welche Gegenstrategien sich entwickeln lassen.
Die Schwerpunkte des IFSH-Teilvorhabens liegen auf dem systematischen Doppelvergleich von rechtsextremistischen und salafistisch/dschihadistischen Mobilisierungen zur Gewalt in der virtuellen und der realen Welt sowie der Erforschung der Möglichkeiten zur Deradikalisierung und ihrer Umsetzung in die Praxis.
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Zuge der Bekanntmachung: „Zivile Sicherheit – Aspekte und Maßnahmen der Terrorismusbekämpfung“.

Laufzeit: März 2017 – Februar 2020

Projektpartner:
•    Phillips-Universität Marburg
•    Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Frankfurt am Main
•    Technische Universität Berlin
•    Johannes Gutenberg-Universität Mainz