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VOX-Pol Network of Excellence

Das VOX-Pol Network of Excellence (NoE) ist ein im Rahmen des 7. Rahmenprogramms (FP7) der Europäischen Union finanziertes akademisches Wissenschaftsnetzwerk, welches die Verbreitung, den Umfang, die Funktionen sowie die Auswirkungen von „Violent Online Political Extremism“ untersucht und mögliche Gegenmaßnahmen eruiert.
VOX-Pol beschäftigt sich vor allem mit der Erforschung des Online-Auftritts gewalttätiger extremistischer Gruppen. Der Begriff „gewalttätige Extremisten“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf solche, die physische Gewalt gegen andere Individuen und Gruppen zur Förderung eigener politischer Ziele anwenden oder befürworten.
Das Ziel des VOX-Pol Network of Excellence (NoE) liegt in der umfassenden Erforschung der zahlreichen Formen des Violent Online Political Extremism, dessen gesellschaftliche Einflüsse sowie Reaktionen und Maßnahmen. Zu diesem Zweck verbinden die Projektpartner ihre jeweilige und ergänzende Expertise aus unterschiedlichen Disziplinen (z.B. Kommunikation, Informatik, Kriminologie, Ethik, Internationale Beziehungen). VOX-Pol dient somit der Schaffung eines Netzwerks zur Kooperation, Forschung, Training und Verbreitung der Ergebnisse. Seine grundlegenden Aufgaben bestehen in umfassender Forschung, Analyse, wissenschaftlicher Debatte und dem kritischem Umgang mit Themen im Bereich Violent Online Political Extremism.

Zu den spezifischen Zielen des Projekts gehören:

  • Erstellung und Entwicklung von langfristigen Partnerschaften zwischen etablierten nationalen Forschungsgruppen und neuen Forschern und Forschungsgruppen;
  • Erreichung einer tragfähigen „kritischen Masse“ an innovativen Forschungsaktivitäten in einer derzeit wachsenden, jedoch fragmentierten Gruppe von Forschern und Forschungsthemen;
  • Nutzung und Verfeinerung von Software Tools, die bereits in anderen Bereichen zur Sammlung und Analyse von Daten zu Violent Online Political Extremism Anwendung finden;
  • Training zu Werkzeugen, Methoden und grundlegenden Themenstellungen in Bezug auf Violent Online Political Extremism für weitere Forscher, unter anderem für Doktoranden und Berufseinsteiger sowie jene, die professionell mit der Überwachung von und/oder der Reaktion auf Violent Online Political Extremism befasst sind. Hierzu werden Konferenzen, Summer Schools und Seminare angeboten;
  • Sensibilisierung gegenüber den Herausforderungen der Forschung und Entscheidungsfindung auf diesem Gebiet durch Untersuchung des Zusammenhangs von „e-research“, Ethik, Datenschutz, Überwachung, Meinungsfreiheit;
  • Schaffung einer breiten Öffentlichkeit durch Beiträge in Massenmedien, öffentliche Vorträge und andere öffentliche Veranstaltungen, die der Öffentlichkeit die Forschungsergebnsise und die mit dem Projekt verbundenen Ziele nahebringen;
  • Sicherstellung, dass die Strategien und Maßnahmen der EU und ihrer Mitgliedsstaaten hinsichtlich Violent Online Political Extremism auf Evidenz, Erfahrungen und Wissen über den Umfang und die Dynamiken von Violent Online Political Extremism basieren und somit die Erfolgswahrscheinlichkeit dieser Strategien und Handlungen erhöht wird.

Das IFSH ist in verschiedenen Themenbereichen tätig: Austausch und Training von Nachwuchskräften und erfahrenen Forschern; Aufbau einer Kontaktdatenbank und einer Druchführung einer Umfrage zum Status der VOPE-Forschung innerhalb der EU; Überblick über den aktuellen Stand der Forschung im Bereich der Radikalisierung; Erforschung der Internetstrategien rechtsextremer Gruppen und deren Auswirkungen; Überblick über den aktuellen VOPE-Diskurs.

Veröffentlichungen von Projektmitgliedern

Pisoiu, Daniela. 2015. Subcultural Theory Applied to Jihadi and Right-Wing Radicalization in Germany. Terrorism and Political Violence 27 (1): 9-28. DOI: 10.1080/09546553.2014.959406.
Pisoiu, Daniela, Felix Lang. 2015. The porous borders of extremism: Autonomous Nationalists at the crossroad with the extreme left. Behavioral Sciences of Terrorism and Political Aggression 7 (1): 69-83. DOI: 10.1080/19434472.2014.977327.
Bossong, Raphael. 2014. EU cooperation on terrorism prevention and violent radicalization: frustrated ambitions or new forms of EU security governance?. Cambridge Review of International Affairs 27 (1): 66-82. DOI: 10.1080/09557571.2013.839627.
Pisoiu, Daniela, Hrsg. 2014. Arguing Counterterrorism: New Perspectives. London: Routledge.
Pisoiu, Daniela, Nico Prucha. 2014. When Terrorists Talk Back. In: Arguing Counterterrorism: New Perspectives, hrsg. von Daniela Pisoiu, 121-140. London: Routledge.
Pisoiu, Daniela. 2014. Radicalization. In: The Oxford Handbook of European Islam, hrsg. von Jocelyne Cesari, 770-801. Oxford: Oxford University Press.
Pisoiu, Daniela. 2013. Coming to Believe ‘Truths’ About Islamist Radicalization in Europe. Terrorism and Political Violence 25 (2): 246-263. DOI: 10.1080/09546553.2012.659361.
Bossong, Raphael. 2012. The Evolution of EU Counter-Terrorism Policy: European Security Policy After 9/11. Milton Keynes: Routledge.
Pisoiu, Daniela. 2011. Islamist Radicalisation in Europe. An Occupational Change Process. New York: Routledge.