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Zentrum für EUropäische Friedens- und Sicherheitsstudien (ZEUS)

Das Zentrum für EUropäische Friedens- und Sicherheitsstudien (ZEUS) befasst sich, ausgehend vom mittelfristigen Arbeitsprogramm des IFSH, mit der Umsetzung, Wirkung und Angemessenheit von traditionellen und gegenwärtigen Friedensstrategien. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Strategien, Konzepte und Mittel, die die EU, ihre Mitgliedstaaten und Partner (Drittstaaten, internationale Organisationen, Regionalorganisation, Nichtregierungsorganisationen und andere gesellschaftliche Akteure) angesichts der durch die Globalisierung veränderten Bedingungen in ihren Außenbeziehungen einsetzen, aus einer friedenswissenschaftlichen und friedenspolitischen Perspektive angemessen sind. Zum übergreifenden Forschungsschwerpunkt im mittelfristigen Arbeitsprogramm des IFSH leistet ZEUS eigene Beiträge durch wissenschaftliche Publikationen, theoretisch informierte Policy-Analysen, nationale und internationale Tagungen, Politikberatung und aktuelle Stellungnahmen sowie durch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Beteiligung am Studiengang MPS, in den die Themen aus der Forschung einfließen.

Die Forschung erfolgt primär innerhalb institutsübergreifenden Querschnittsarbeitsgruppen, an denen die ZEUS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv teilnehmen.

  • Im ersten Querschnittscluster ‚Formenwandel der Gewalt‘ wird untersucht, wie sich der Gewalteinsatz durch einzelne EU-Mitglieder oder Partnerstaaten, Staatenverbände wie die EU oder die NATO oder durch gesellschaftliche Akteure verändert. Das beinhaltet Fragen wie: Worin manifestiert sich der Formenwandel der Gewalt? Wie kann der Formenwandel von Gewalt, wie er sich etwa im Ukrainekonflikt manifestiert, theoretisch erfasst werden? Worin liegen die Herausforderungen dieses Wandels? Wie reagieren die EU und ihre Partner auf diesen Formenwandel? Welche Strategien und Konzepte liegen dem Handeln zugrunde?
  • Im zweiten Querschnittscluster ‚Veränderung globaler Machtstrukturen und Normen‘ stehen internationale Machtverschiebungen und die Angemessenheit bestehender Normen im Vordergrund. Erforscht wird unter anderem: Wie agiert die EU als Friedensstifter und Normenunternehmer beispielsweise im Nahen Osten, wo das palästinensische Staatsprojekt angesichts der transnationalen Gewaltkonflikte in der Region vor neuen Herausforderungen steht? Wie kann die russische Außenpolitik gegenüber dem Westen und der EU erklärt werden?  Wie gestaltet sich der Ansatz ‚Frieden durch Kooperation‘ im Verhältnis der EU zu asiatischen Regionalorganisationen?
  • Im dritten Querschnittscluster ‚Innergesellschaftliche Gewaltpotenziale‘ stehen schwerpunktmäßig Gewaltpotenziale und Gewalttendenzen in EU-Europa im Blickpunkt. Welche Radikalisierungs- und Deradikalisierungsentwicklungen sind hier erkennbar? Welche Radikalisungspotenziale enthält das Internet? Wann mündet Radikalisierung in Terrorismus? Wie werden in der EU und ihren Mitgliedstaaten Maßnahmen gegen den Terrorismus begründet und welche Vorstellungen von der Wirksamkeit dieser Maßnahmen haben die Entscheidungsträger und Praktiker?