Kontextspalte

Inhalt

Abgeschlossene Projekte

Das palästinensische Staatsprojekt im Lichte der Machtverschiebungen im Nahen Osten

Die Revolten und Machtkämpfe im Nahen Osten seit 2011 haben auch Einfluss auf die Mächtekonstellationen und Allianzen in der Region. Die regionale Ordnung unterliegt im Zuge der genannten Umbrüche Veränderungen, die nicht folgenlos für das palästinensische Staatsprojekt sein werden. Zum einen hat der israelisch-palästinensische Konflikt und mit ihm das Bemühen um palästinensische Souveränität nicht mehr die gewohnte Prominenz. Zum anderen tangieren die regionalpolitischen Veränderungen auch die Kalküle der palästinensischen Fraktionen. Fatah und Hamas müssen sich nach dem (vollzogenen oder bevorstehenden) Verlust ihrer vertrauten Partner in der Region umorientieren und es ist zu erwarten, dass ihre Programmatik, Strategie und Taktik in der nationalen Frage davon nicht unberührt bleibt.
Die Untersuchung ging der Frage nach, wie sich regime change in Schlüsselstaaten der Region über die damit verbundenen außenpolitischen Umorientierungen und neuen Allianzbildungen auf die Dynamik im israelisch-palästinensischen Konflikt auswirkt. In dem komplexen Akteursgefüge ist sowohl das Verhältnis der beiden tonangebenden palästinensischen Fraktionen Hamas und Fatah zueinander als auch die Positionierung Israels zu berücksichtigen. Zudem war zu erwarten, dass die relevanten extra-regionalen Akteure ihren Input in das Konfliktmanagement neu justieren werden, so dass zu fragen ist, welche Chancen aus dem regime change für eine konstruktive Rolle der USA und der EU bei der Konfliktlösung erwachsen.

Das Projekt wurde 2015 abgeschlossen.

Projektbearbeiterin: Dr. Margret Johannsen

Theorie und Praxis von Gewaltkonflikten

Problembeschreibung: Gewaltkonflikte und Krieg sind Bestandteile der Menschheitsgeschichte. Alle bisherigen Versuche zu ihrer dauerhaften Überwindung sind bisher gescheitert. Die Beilegung spezifischer, in der Vergangenheit dominierender Konfliktmuster scheint die Welt nicht grundsätzlich friedlicher oder sicherer gemacht zu haben. Die Vorbeugung und Vermeidung, Einhegung und Begrenzung wie auch die Fähigkeit bestehende Gewaltkonflikte erfolgreich und möglichst rasch zu einem humanen langfristig friedenskompatiblen Ende führen zu können, sind daher heute als Bedingungen des Friedens so wichtig wie eh und je.
Fragestellung/Hypothesen: Das Projekt ging von der Prämisse aus, dass eine systematische Förderung der oben genannten Bedingungen des Friedens ohne ein zutreffendes und tiefgreifendes Kriegs- und Konfliktverständnis und ein entsprechend geschultes Urteil der handelnden Akteure nicht möglich ist. Basierend auf der Arbeitshypothese „Wer den Frieden will, muss Krieg und Gewaltkonflikt verstehen“ verfolgt das Projekt daher die Zielsetzung, zu einer systematischen, Theorie und Praxis vereinigenden Entwicklung eines ganzheitlichen Verständnisses des Phänomens Krieg, auch in seiner Abgrenzung zu anderen Formen organisierter Gewalt, beizutragen.
Zwecksetzung: Damit sollte dem wachsenden Bedarf hinsichtlich einer zutreffenden Bewertung der verschiedensten, sich permanent wandelnden Erscheinungsformen von Krieg und Gewaltkonflikt im globalen Rahmen Rechnung getragen und hierfür ein Beitrag zur grundlegenden theoretischen Einordnung und Abgrenzung des vielgestaltigen Phänomens Krieg geleisteten werden. Damit sind nicht nur analytische sondern auch politik-relevante Fragen verbunden. Gerade vor dem Hintergrund der Bündnisorientierung Deutschlands ist es entscheidend, zu einem eigenständigen und fundierten Urteil hinsichtlich der Bewertung des aktuellen und künftig zu erwartenden Kriegs- und Konfliktgeschehens fähig zu sein, um damit Bündnispolitik auf der Grundlage des Sinnvollen und Machbaren mitgestalten und die dafür erforderlichen Mittel und Instrumente zielgerichtet ausbilden zu können.

Das Projekt wurde 2015 abgeschlossen.

Projektmitarbeiter: Dr. Johann Schmid

Analysis of Civil Security Systems in Europe (ANVIL)

In Anbetracht der wachsenden Bedeutung transnationaler Risiken stößt die Einrichtung effektiver, effizienter und legitimer Systeme ziviler Sicherheit auf vermehrtes politisches Interesse. Staaten errichten und verwenden Kapazitäten, um Risiken zu vermeiden, sich auf Krisen und Unglücksfälle vorzubereiten, gesellschaftliche Werte und Infrastrukturen zu schützen und im Krisenfall effektiv und zügig zu reagieren. Die Europäische Union spielt eine immer stärkere Rolle bei der Koordinierung nationalstaatlicher Aktivitäten, die sich hinsichtlich Struktur, Inhalt, rechtlichem Rahmen und praktischer Umsetzung deutlich unterscheiden. Die Qualität unterschiedlicher Systeme ziviler Sicherheit sowie ihre rechtlichen, politischen und kulturellen Determinanten sind bisher nicht umfassend wissenschaftlich untersucht worden. ANVIL führt Fallstudien zu verschiedenen Staaten und regionalen Foren durch und legt dabei besonderes Augenmerk auf die Lasten- und Aufgabenverteilung zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen. Zudem entwickelt das Projekt Indikatoren zur Beurteilung der Effizienz, Effektivität und Legitimität von Systemen ziviler Sicherheit. Daraus resultierende Empfehlungen bezüglich möglicher Veränderungen und Weiterentwicklungen werden im Verlauf des Projekts mit Entscheidungsträgern auf nationaler und europäischer Ebene diskutiert.
Das IFSH ist vor allem mit einer ausführlichen Fallstudie zu Deutschland sowie zwei kleineren Studien zu Österreich und der Schweiz beteiligt. Zudem ist das IFSH zuständig für die Erstellung eines vergleichenden Abschlussberichts für die Länderstudien des Projekts.

ZEUS Projektmitarbeiter: Raphael Bossong, Hendrik Hegemann

TERAS-INDEX - Terrorismus und Radikalisierung – Indikatoren für externe Einflussfaktoren

Das vom BMBF finanzierte Verbundprojekt TERAS-INDEX (Terrorismus und Radikalisierung – Indikatoren für externe Einflussfaktoren) befasste sich vergleichend mit Folgewirkungen außen-und sicherheitspolitischen Handelns europäischer Länder auf islamistische Radikalisierungsprozesse. Im Vordergrund stand dabei die Frage, ob und inwieweit interne und internationalisierte Konflikte in der muslimischen Welt und darin das außenpolitische Handeln der Bundesrepublik Deutschland und fünf europäischer Vergleichsländer Rückwirkungen auf jihadistische, islamistische und vulnerable Milieus in Deutschland und den anderen europäischen Ländern haben.Hierzu setzte das Projekt TERAS-INDEX mit unterschiedlichen Methoden an. Diese reichten von der vergleichenden Analyse außen- und sicherheitspolitischen Handelns, das sich auf das Radikalisierungspotenzial für jihadistisch-islamistischen Terrorismus in Deutschland und den fünf weiteren europäischen Ländern auswirken kann, über die Erarbeitung eines Instrumentariums zur Erfassung von Rückwirkungseffekten bis hin zu empirischen Untersuchungen des Einflusses externer Konflikte auf jihadistische, islamistische und vulnerable Milieus. Aus diesen Analysen werden Indikatoren erarbeitet, die frühzeitig auf islamistische Radikalisierungsprozesse hinweisen können und Gelegenheitsfenster eröffnen, um diesem nicht-deterministischen Prozess entgegenzuwirken.

Das Projekt wurde 2015 abgeschlossen.

Projektmitarbeiter/innen: Dr. des. Matenia Sirseloudi, Dr. Martin Kahl, Nico Prucha

Governing Counterterrorism: The Fight Against Transnational Terrorism and the Role of International Institutions

Terroranschläge wie die in New York 2001, Madrid 2004 und London 2005 haben die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit in der Bekämpfung des transnationalen Terrorismus verdeutlicht und zur Entwicklung einer komplexen internationalen Kooperationsstruktur geführt. Die Forschung hat sich bisher entweder auf die Staaten und deren Interessen und Wahrnehmungen konzentriert oder sich lediglich mit den Strategien und Arbeitsweisen internationaler Institutionen beschäftigt. Die Rolle internationaler Institutionen als Akteure innerhalb des Kooperationsprozesses wurde bisher jedoch kaum genauer untersucht. Zudem fehlt es in der Literatur an theoriegestützten Analysen, die eine systematischere Behandlung des Themas ermöglichen könnten. Das Dissertationsprojekt fragt daher, wie und inwieweit internationale Institutionen die zwischenstaatliche Kooperation in der Terrorismusbekämpfung seit dem 11. September 2001 ermöglicht, implementiert und weiter entwickelt haben. Dazu wird ein Modell auf der Grundlage verschiedener Theorien der internationalen Beziehungen und deren Annahmen zur Rolle internationaler Institutionen entwickelt. Als Untersuchungsfälle dienen die Europäische Union und die Vereinten Nationen.

Dissertationsprojekt abgeschlossen 2014. Hendrik Hegemann

Krieg und Frieden verstehen auf der Basis Clausewitzschen Denkens

 „Wer den Frieden will muss Krieg verstehen!“ Ausgehend von dieser Prämisse verfolgte das Projekt die Zielsetzung zur Schulung von Denken und Urteil hinsichtlich der Entwicklung eines ganzheitlichen Verständnisses über das Wesen des Phänomens Krieg/Konflikt beizutragen. Die Nutzungsmöglichkeiten der Clausewitzschen Theorie/Philosophie „Vom Kriege“ zur Entwicklung eines zutreffenden Verständnisses der aktuellen Kriegs- und Konfliktwirklichkeit bildete hierbei das zentrale Erkenntnisinteresse.

Das Projekt wurde im Jahr 2014 abgeschlossen.

Bearbeiter: Dr. Johann Schmid

Die Dialektik von Angriff und Verteidigung – Clausewitz und die stärkere Form des Kriegführens

Die Dialektik von Angriff und Verteidigung beschäftigt politisch-militärische Denker und Entscheidungsträger zu nahezu allen Zeiten und ist eine der grundlegenden Fragestellungen in Krieg und Konflikt. In der Erkenntnis, dass ein mangelndes auch theoretisches Verständnis des Phänomens Krieg zur Eskalation von Gewalt beitragen und damit auch zur Kriegsursache werden kann, befasste sich das Projekt mit dem Stärkeverhältnis der beiden Hauptformen des Kriegführens und Kämpfens: Angriff und Verteidigung. Zentraler Untersuchungsgegenstand ist die These des preußischen Generals und Kriegsphilosophen Carl von Clausewitz, wonach die Verteidigung die an sich „stärkere Form des Kriegführens“ sei. Die Ergebnisse des Projektes verdeutlichen die Notwendigkeit zur Revision beziehungsweise zur Weiterentwicklung einer der zentralen inhaltlichen Botschaften des Clausewitzschen Werkes „Vom Kriege“.

Das Projekt wurde im Jahr 2013 abgeschlossen.

Projektmitarbeiter: Dr. Johann Schmid

Prä-radikale Subkulturen, Radikalisierung und Gewalt

Das Projekt befasste sich mit der Erarbeitung eines Drittmittelantrags zu dem Thema: Die Rolle von prä-radikalen Subkulturen in den Islamistischen, rechtsextremistischen und linksextremistischen Radikalisierungsprozessen. Der theoretische Ansatz des Projekts war interdisziplinär und stützte sich auf drei Forschungsbereiche: Terrorismusforschung, Kriminologie und Forschungen zu sozialen Bewegungen. Radikalisierung wurde als Entwicklungsprozess aufgefasst, wobei eine Beteiligung schrittweise und in Interaktion mit dem nahen und fernen sozialen Umfeld erfolgt. Motivationsvariablen sind hierbei von entscheidender Bedeutung. Das Projekt wurde durch das Dekanat der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg finanziert und 2013 abgeschlossen

Projektmitarbeiterin: Dr. Daniela I. Pisoiu

Piraterie und maritimer Terrorismus als Herausforderungen für die Seehandelssicherheit: Indikatoren, Perzeptionen und Handlungsoptionen (PiraT)

Das vom BMBF finanzierte Verbundprojekt mit einer Laufzeit von 33 Monaten (April 2010 - Dezember 2012) und einem Gesamtbudget von knapp einer Million Euro, will Austauschprozesse für das Problemfeld Seehandelssicherheit initiieren und Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eine hierfür geeignete Diskussionsplattform sowie wissenschaftliche Expertise zur Verfügung zu stellen. Darauf aufbauend soll das Konzept der „Security Governance“ überprüft und weiterentwickelt werden. Es werden Indikatoren für die Erfassung sowohl der partikularen Risikoperzeptionen als auch der Abläufe und Mechanismen der Aushandlung und Entwicklung einer gemeinsamen Risikodeutung erarbeitet. Desweiteren soll ein Katalog mit zivilen Handlungsoptionen für ein koordiniertes und vernetztes Vorgehen entwickelt werden. Der Projektverbund strebt ein Gesamtkonzept an, bei dem politikwissenschaftliche Risikoanalysen und technologische Sicherheitslösungen mit rechtlichen und wirtschaftlichen Lösungsvorschlägen verknüpft werden mit dem Ziel, ressortübergreifende staatliche Handlungsoptionen unter Berücksichtigung von zukünftigen Trends, zur zivilen Stärkung der Seehandelssicherheit zu entwickeln.

Das Projekt wurde im Jahr 2012 abgeschlossen.

Projektmitarbeiter/innen: Dr. Hans-Georg Ehrhart, Dr. Patricia Schneider, Kerstin Petretto

Projektwebsite

Rechtfertigung nach gleichem Muster? Eine Untersuchung von Argumenten für die Einschränkung von Menschen- und Bürgerrechten bei der Terrorismusbekämpfung in den USA, der EU und Russland

Das Projekt untersucht die Überzeugungs- und Rechtfertigungsargumente für die Einschränkung von Menschen- und Bürgerrechten bei der Terrorismusbekämpfung auf nationaler und internationaler Ebene in den USA, der EU und in Russland. Geprüft wird, ob sich die Argumente, die von gouvernementalen Akteuren für eine Durchführung „außerordentlicher“ (exzeptioneller) Maßnahmen ins Feld geführt werden, ähnlich sind, sich gleichen bzw. ob sie sich zwischen den Rechtsräumen im Zeitverlauf angenähert haben. Ziel ist es herauszufinden, ob in Bezug auf Begründungen außerordenticher Maßnahmen bei der Bekämpfung des islamistisch motivierten Terrorismus eine Koalition gouvernementaler „norm challengers“ ent-standen ist. Die Existenz einer solchen Koalition könnte eine erodierende Wirkung auf die weltweite Geltung von Menschen- und Bürgerrechten haben. Das Projekt wird von der DFG gefördert.

Projektmitarbeiter/innen: Dr. Regina Heller, Dr. Martin Kahl, Dr. Daniela Pisoiu

EUSECON. Eine neue Agenda für Europäische Sicherheitsökonomie

Das auf vier Jahre angelegte Forschungsprojekt untersucht die Ursachen, Wirkungsfaktoren und langfristigen Effekte von Unsicherheit und Sicherheitspolitik in Europa. Ziel der EUSECON-Initiative ist es, die ökonomischen und sozialen Kosten von Terroranschlägen und Maßnahmen gegen den Terrorismus zu benennen und auf Grundlage dieses Wissens eine effektivere und effizientere Sicherheitspolitik zu ermöglichen. Das Projekt wird von der Euro-päischen Kommission im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms gefördert und von einem Konsortium herausragender Ökonomen und Sozialwissenschaftler in Europa bearbeitet.

Das Projekt wurde im Jahr 2012 abgeschlossen.

ZEUS Projektmitarbeiter/innen: Rafael Bossong, Dr. Regina Heller, Dr. Martin Kahl, Eric van Um

Die NATO und die internationale Gemeinschaft in Afghanistan: Auf verlorenem Posten oder langfristiges Engagement?

Nach sechs Jahren internationalen Engagements in Afghanistan ist es an der Zeit den Einsatz der NATO und der internationalen Gemeinschaft zu bewerten. Das Jahr 2007 wurde vielfach als entscheidend für die Zukunft dieses zerrütteten Landes und für das weitere Engagement der NATO angesehen. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt, das mit einem deutsch-kanadischen Workshop am 13./14. Dezember 2007 in der Führungsakademie der Bundeswehr startete, darauf ab eine Bilanz zu ziehen. Es steht unter der Überschrift: „Die NATO und die internationale Gemeinschaft in Afghanistan: Auf verlorenem Posten oder langfristiges Engagement?“ Das Engagement der Nato und der internationalen Gemeinschaft beim staatlichen Wiederaufbau in Afghanistan wird einer kritischen Analyse unterzogen. Besondere Berücksichtigung finden die Strategien und Aktivitäten Deutschlands und Kanadas. Die Ergebnisse dieses internationalen, von der NATO geförderten Projekts sollen in Aufsätzen und einer Buchpublikation veröffentlicht werden.

Das Projekt wurde im Jahr 2012 abgeschlossen.

Bearbeiter:Dr. Hans-Georg Ehrhart

Policy versus Practice: The European Union and Civil-Military Cooperation and Coordination. An Analysis of the EU Crisis Management Engagement in the Democratic Republic of Congo in the framework of the European Security and Defence Policy

In Bezug auf Krisenmanagement verfolgt die EU laut eigener Programmatik einen umfassenden Sicherheitsansatz, der zum Ziel hat, die verschiedenen militärischen und zivilen Instrumente in effektiver und kohärenter Weise zum Einsatz zu bringen. "Civil-Military Coordination" (CMCO) sowie "Civil-Military Cooperation" (CIMIC) spielen hierbei eine entscheidende Rolle, wenn es um die Planung und Implementierung von komplexen Krisenmanagement-Operationen geht. Das von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderte Promotionsvorhaben untersucht die Strukturen und Prozesse von CMCO und CIMIC und analysiert am Beispiel des EU-Krisenmanagement-Engagements in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), wie der umfassende Sicherheitsansatz institutionell umgesetzt und implementiert wurde. Die empirischen Forschungen beziehen sich auf die beiden militärischen und die beiden zivilen Missionen in der DRK im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie auf das EU-Engagement im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft.

Die Dissertation wurde 2012 abgeschlossen.

Dissertationsprojekt Janina Johannsen

Security Governance als Herausforderung für die Bewältigung transnationaler Konflikte

Das Projekt geht von der Annahme aus, dass transnationale Konflikte komplexer Natur sind, sie im internationalen Kontext einer differenzierten Bearbeitung bedürfen und die EU über ein breitgefächertes, aber noch zu vernetzendes institutionelles und materielles Instrumentarium zur Konfliktvorbeugung und Krisenbearbeitung verfügt. Vor diesem Hintergrund werden Ziele, Rolle und Funktionsweise der EU als postmoderner Krisenmanager untersucht. Sowohl im Binnen- als auch im Außenverhältnis treten zahlreiche Koordinations- und Kooperationsprobleme auf, die eine verbesserte „Security Governance“ erfordern. Das Projekt vereint empirische Analysen zu einzelnen Aspekten der Security Governance der EU wie etwa die zivil-militärischen Beziehungen, die Sicherheitssektorreform, der Nexus zwischen Sicherheit und Entwicklung oder dessen Rolle bei der Aufstandsbekämpfung. Es soll empirisch erforscht werden, welche (internen und externen) Koordinations- und Kooperationsprobleme bei der Bearbeitung von transnationalen Gewaltkonflikten auftreten und ob bzw. wie diese überwunden werden können. Theoretisch angeleitet wird die Untersuchung durch Annahmen des Governance-Ansatzes, wobei angestrebt wird, das Konzept der Security Governance zu verfeinern.

Das Projekt wurde im Jahr 2012 abgeschlossen.

Bearbeiter: Dr. Hans-Georg Ehrhart

Multi Stakeholder Partnership in Post-Conflict Peace-reconstruction

Das von einem internationalen Konsortium innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU durchgeführt Projekt hat die Frage beantwortet, wie, in welchem Ausmaß und unter welchen Bedingungen Multi-stakeholder Partnerschaften dergestalt zu Politikansätzen und Programmen im Bereich der Friedenskonsolidierung beitragen, dass die menschliche Sicherheit positiv beeinflusst wird. Dies soll durch die Konsolidierung und Förderung von Wissen über Faktoren erreicht werden, die Frieden und menschliche Sicherheit fördern. Erfolgreiche Partnerschaften fördern Gewaltfreiheit und langfristigen Frieden. Sie liefern einen produktiven Rahmen für die Gestaltung der Beziehungen zwischen lokalen und externen Akteuren, einschließlich Mediatoren und Internationalen Organisationen. Die EU hat sich zur Förderung eines umfassenden friedens- und sicherheitspolitischen Ansatzes in Nachkriegsgesellschaften verpflichtet. Die spezifischen Modelle und Leitlinien, welche die EU in die Lage versetzen diese Ziele zu erreichen, müssen allerdings noch gefunden werden.
Das Projekt wurde 2012 abgeschlossen.

Projektmitarbeiter: Dr. Michael Brzoska, Dr. Hans-Georg Ehrhart

Die Transformation substaatlicher Gewaltakteure zwischen Befreiungskampf und Staatsaufbau als Herausforderung für die Nahostpolitik der EU

In ihrem Beitrag zum israelisch-palästinensischen Friedensprozess bewegt sich die EU als externer Akteur in einem Spannungsfeld von Statebuilding support, Terrorismusbekämpfung und transatlantischer Zusammenarbeit. Diese allgemeine Feststellung schließt ihre Rolle im Nahost-Quartett ein und erstreckt sich auf ihre Zusammenarbeit mit der Palästinensischen Autorität (PA), insbesondere bei der Bereitstellung von Expertise im Sicherheitsbereich, der Finanzierung von Entwicklungsprojekten, direkter Budgethilfe und humanitären Hilfsmaßnahmen. Keine offiziellen Kontakte gibt es hingegen zu der mit der PA/Fatah rivalisierenden Islamischen Widerstandsbewegung (Hamas). Vielmehr hat sich die EU dem Boykott und der Isolierung der bedeutendsten unter den palästinensischen Organisationen, die an ihrer Agenda des bewaffneten Widerstandes festhalten, angeschlossen.
Die zentrale Fragestellung ist, wie sich die Intervention eines externen Akteurs in Form von Boykott und Isolierung auf die Agenda der Hamas und der sich auf sie stützenden De-facto-Regierung im Gazastreifen auswirkt. Die Grundannahme lautet, dass im Spannungsfeld zwischen der Unterstützung von Staatsaufbau, Terrorismusbekämpfung und transatlantischer Zusammenarbeit widerstreitende Teilziele bewirken, dass die erwünschte Transformation des palästinensischen Gewaltakteurs erschwert wird.
Die Untersuchung zeigt, dass die Politik von Boykott und Isolierung die in sie gesetzten Erwartungen in Form einer hidden agenda nicht erfüllt hat. Sie hat im Gegenteil zur Eskalation des Konflikts zwischen Israel und Hamas sowie zur Vertiefung der innerpalästinensischen Spaltung beigetragen, und statt einer Erosion der Hamas-Herrschaft im Gazastreifen ist eine Konsolidierung zu verzeichnen. Dem friedenspolitischen Engagement der EU war ihre Politik in zweierlei Hinsicht abträglich. Zum einen kam es im Zuge der Konflikteskalation zur Stärkung des bewaffneten Flügels, zum anderen untergräbt die innerpalästinensische Spaltung die ohnehin gefährdete Zwei-Staaten-Lösung zur Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts. Insofern ist die EU-Politik gegenüber der Hamas ein prägnantes Beispiel für nicht-intendierte Wirkungen politischen Handelns.
Das Projekt wurde 2012 abgeschlossen.

Bearbeiterin: Dr. Margret Johannsen

Projekt Handbuch Frieden

Entsprechend wird der „Frieden“ im Rahmen dieses Handbuchs begrifflich-thematisch in unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlich-sozialen Kontexten erfasst und diskutiert.
Das Handbuch ist im Jahr 2011 beim VS Verlag, Wiesbaden, erschienen.

Bearbeiter: Dr. Bernhard Rinke, Prof. Dr. Hans J. Gießmann (Berghof-Institut für konstruktive Konfliktbearbeitung)

Between threat perception and enemy images: Construction of security policy on terrorism in Germany and the United States

Das drittmittelgeförderte Promotionsprojekt untersucht die Bedrohungswahrnehmungen in der aktuellen deutschen und amerikanischen Sicherheitspolitik, speziell in der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Dabei ist das Hauptaugenmerk auf die sicherheitspolitischen Konstruktionen der politischen Eliten beider Länder gerichtet. Von besonderem Interesse ist, wie diese Konstruktionen Entscheidungsprozesse beeinflussen. Da die sicherheitspolitischen Ansätze in Deutschland und den USA teils unterschiedlich geprägt sind, sollen darüber hinaus die Chancen für eine effektivere deutsch-amerikanische wie auch transatlantische Sicherheitskooperation ausgelotet werden. Gleichermaßen sollen aber auch Möglichkeiten eines besseren Umgangs mit Bedrohungswahrnehmungen erörtert werden.

Dissertationsprojekt Sybille Reinke de Buitrago

Aufbau, Reform und Zerfall des Sicherheitssektors in den palästinensischen Autonomiegebieten als Herausforderung für die Nahostpolitik der EU

Die Politik der EU als externer Akteur im nahöstlichen Friedensprozess bewegt sich in einem Spannungsfeld von State-building support, Terrorismusbekämpfung und transatlantischer Zusammenarbeit. Diese allgemeine Feststellung schließt die Rolle der EU beim Aufbau des palästinensischen Sicherheitssektors ein, der sich unter den Bedingungen von Besatzung, Widerstand und internen Machtkämpfen vollzieht. Aus dieser doppelt komplexen Konstellation resultieren nicht hinreichend verstandene Widersprüche mit negativen Folgen für das friedenspolitische Engagement der EU. Gegenstand der Projektuntersuchungen war der Beitrag der EU zum Aufbau des palästinensischen Sicherheitssektors unter den Bedingungen von Besatzung und Widerstand. Drei Phasen wurden hierbei unterschieden: die des Oslo-Prozesses bis zu dessen Zusammenbruch, die der zweiten Intifada bis zum israelischen Abzug aus dem Gazastreifen und die des Zerfalls der vorstaatlichen palästinensischen Einheit durch die Bildung von zwei konkurrierenden Regierungen in den Autonomiegebieten. In einer kritischen Bilanz wurden konstruktive und kontraproduktive Merkmale des europäischen Engagements für das palästinensische Staatsprojekt herausgearbeitet. Das Projekt wurde im Juni 2010 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Margret Johannsen

Analysing EU Institutions’ and Member States Approaches to Promote Policy Coherence of Development and Security

Das Projekt widmete sich den sensiblen Schnittstellen von Entwicklung und Sicherheit in den Außenbeziehungen der Europäischen Union. Den Kern des Projekts bildeten neben der EU-Ebene die sogenannten Joint-up-government-Ansätze ausgewählter Pionierstaaten. Die Länderstudien schlossen das verzahnte Regieren in Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und die Bundesrepublik Deutschland ein.
Eingebettet in die Mehrebenenforschung wurden die vergleichenden Länderstudien auf der Basis eines zu diesem Zweck entwickelten Analyserasters durchgeführt. Abschließend wurden die Ergebnisse mittels der Methode des Process-tracing auf der Zeitachse zugeordnet und die Wechselwirkungen zwischen den nationalen und der europäischen Ebene identifiziert. Das Projekt wurde 2009 abgeschlossen.
Post-doc Stipendium VolkswagenStiftung und im Rahmen des EFSPS-Programms: Isabelle Tannous

Der Schutz nationaler Minderheiten in der Republik Kroatien als Instrument zur Prävention ethnopolitischer Konflikte

Das drittmittelgeförderte Promotionsprojekt hatte die politische und rechtliche Implementierung nationaler und internationaler Instrumente des Menschenrechtsschutzes vor dem Hintergrund der angestrebten Aufnahme Kroatiens in die Europäische Union zum Gegenstand, unter besonderer Berücksichtigung des Bildungsbereiches, der Kulturpolitik und des Medienzugangs. Das Projekt wurde 2009 abgeschlossen.
Promotionsprojekt: Goran Bandov

Ethnic Cleansing as a Political Instrument in the Context of State-Buildung

Die Doktorarbeit hatte zwei mit einander verknüpfte Ziele: Sie unterschied erstens ethnische Säuberung als politisches Konzept analytisch von Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit als rechtlich kodifizierte Verbrechen, und erfasste zweitens ethnische Säuberung als staatsbildende Politik. Die Arbeit richtete sich auf ethnische Säuberung als Prozess, der eng mit dem Prozess von Staatsaufbau, Staatsentwicklung und/oder Staatskonsolidierung verknüpft ist. Überdies untersuchte sie die Interaktion zwischen mörderischen Regimen und den Gesellschaften bzw. Gemeinschaften, in denen sie operieren. Zur Untersuchung der serbischen Politik ethnischer Säuberung im früheren Jugoslawien zwischen 1991 und 1999 stützte sich die Arbeit auf Beweismaterial und Zeugenaussagen in den Archiven des Internationalen Tribunals für das frühere Jugoslawien – die mit Abstand umfangreichste Sammlung von Beweismaterial zum Charakter der Gewalt im jüngsten Jugoslawienkonflikt. Ziel der Untersuchung war es zu zeigen, dass hinter der ethnischen Säuberungspolitik der Serben eine nationalistische Bewegung stand, deren Politik das Streben nach einem eigenen Staat der Serben auf dem Territorium des früheren Jugoslawien war. Das Projekt wurde 2009 abgeschlossen.
Promotionsprojekt: Emir Suljagic

Armee im Einsatz. Ziele, Grundlagen, Strategien, Ergebnisse der Mitwirkung der Bundeswehr an internationalen Friedenseinsätzen

Nach anderthalb Jahrzehnten, in denen sich die Bundeswehr zunehmend in Auslandseinsätzen engagiert, wurde eine Zwischenbilanz gezogen: Welche Ziele hat das sicherheitspolitische Engagement Deutschlands in weltweiten Krisenherden? Gibt es eine kohärente Strategie für die Entsendung deutscher Soldaten in Friedensmissionen? Rechtliche Grundlagen wurden ebenso analysiert wie die das Design einer „neuen“ Bundeswehr, die sich diesen Herausforderungen zu stellen hat. Die Erfahrungen bisheriger Missionen sind auf mögliche Lehren für die Zukunft und Perspektiven einer „Armee im Einsatz“ hinterfragt worden. Das Projekt wurde 2009 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Armin Wagner mit Prof. Dr. Hans J. Gießmann (Berghof-Institut für konstruktive Konfliktbearbeitung)

Fernlehrgang Internationale Politik: Krieg und Frieden am Beispiel des Nahost-Konflikts

Der Fernlehrgang präsentiert den Nahost-Konflikt als Problem internationaler Politik. Neben der Analyse der historischen und zeitgeschichtlichen sowie aktuellen Dimensionen des Nahost-Konflikts enthält er Aufgaben zur Selbstüberprüfung und die dazu gehörigen Lösungen sowie Hausaufgaben. Das friedenspädagogische Projekt richtet sich an Absolventen und Absolventinnen des zweiten Bildungsweges, die im Fernstudium am Hamburger Institut für Lernsysteme die Hochschulreife erwerben. Die Lernziele orientieren sich am Lehrplan der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Projekt wurde 2008 abgeschlossen.
Projekleitung: Dr. Margret Johannsen

Die EU und der Kampf gegen den Terrorismus

Analysiert wurden die Strategien und Instrumente, die Institutionen, strafprozessrechtlichen Verfahren und Informationssysteme, die die EU zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus entwickelt hat. Auf den Binnenbereich der EU bezogen wurden Fragen nach dem Vorrang von „Freiheit“ und „Sicherheit“ bearbeitet, bezogen auf die Politik gegenüber Drittstaaten Fragen nach der Vereinbarkeit von Strategien zur Ursachenbeseitigung mit kurzfristigen Abwehrstrategien. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Problem der Wirksamkeit der Anti-Terrorismuspolitik der EU angesichts des spezifischen Profils und der spezifischen Strategien islamistischer Terroristen. Das Projekt wurde 2008 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Martin Kahl

Die "Polizeilich-justizielle Zusammenarbeit" (PJZ) als Instrument der Terrorismusbekämpfung in der Europäischen Union

Das Projekt befasste sich mit den Zielen und Mitteln der Terrorbekämpfung durch PJZ. Gefragt wurde nach den Ergebnissen der PJZ für das Ziel, die Sicherheit im "Europäischen Rechtsraum“ zu stärken und zugleich nach der erwartbaren künftigen Wirkung infolge absehbarer Kompetenzzuweisungen. Effizienzdefizite dieser Politik und Möglichkeiten ihrer Überwindung wurden aufgezeigt. Die Schlüsselfrage des Projekts drehte sich um die kritische Balance von "Sicherheit und Freiheit", d.h. die Implementierung einer effizienten Sicherheitspolitik, bei der die Freiheitsrechte der Unionsbürger gewahrt werden. Das Projekt wurde 2008 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Erwin Müller / Dr. Patricia Schneider

Risikoanalyse Terrorismus. Terrorismus als Bedrohung für Hafenmetropolen. Modellfälle Hamburg und Shanghai

Das Projekt untersuchte das Vorhandensein spezifischer Gefährdungspotenziale durch Terroranschläge für moderne Seehafenmetropolen. Empfehlungen zur Prävention und Risikovorsorge wurden erarbeitet. Das Projekt wurde 2008 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Erwin Müller
Projektbearbeiterin: Dr. Patricia Schneider

Security Governance als Herausforderung für die EU

Das Projekt befasste sich mit der Frage, wie sich die Europäische Union als internationaler Akteur im Bereich der Konfliktprävention und des Krisenmanagements einbringt. Ausgehend von der Überlegung, dass einerseits die heutigen Konflikte von komplexer Natur sind und einer entsprechend differenzierten Bearbeitung im internationalen Kontext bedürfen und andererseits die EU über ein breitgefächertes, aber noch zu vernetzendes institutionelle und materielles Instrumentarium zur Konfliktvorbeugung und Krisenbearbeitung verfügt, wurden Ziele, Rolle und Funktionsweise der Union als postmodernem Krisenmanager untersucht und das Konzept der „Security Governance“ näher bestimmt. Das Projekt wurde 2008 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Hans-Georg Ehrhart

Nationale Debatten zur gemeinsamen europäischen Außenpolitik in Polen, Rumänien und Ungarn

Das von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) geförderte Promotionsvorhaben steht im Kontext der Erweiterung der Europäischen Union um die genannten Staaten. Ziel war es, deren konzeptionelle Vorstellungen von europäischer Außen- und Sicherheitspolitik, mit denen sie GASP und ESVP zu prägen versuchen, herauszuarbeiten. Schwerpunkte der Analyse bilden sowohl die außenpolitischen Grundsatzdiskurse seit dem Systemwechsel wie auch ihre Beiträge zur weiteren Entwicklung von GASP und ESVP. Das Projekt wurde 2007 abgeschlossen.
Promotionsprojekt: Dr. Heiko Fürst

Elitozid in Bosnien-Herzegowina 1992 – 1995

Das Projekt war ein drittmittelgefördertes Promotionsvorhaben. Untersucht wurde die Eliminierung der politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und geistig-kulturellen Eliten während des Krieges und ihre Folgen für die Friedenskonsolidierung nach dessen Ende. Die Fallstudie untersucht mögliche elitozidale Verbrechen in Bosnien-Herzegowina im Zeitraum von 1992 bis 1995 anhand Zeugenaussagen, Dokumenten und anderen Quellen, die dem Internationalen Gerichtshof für das ehemalige Jugoslawien und dem Institut für Kriegsverbrechen in Sarajevo zur Verfügung stehen. Das Ziel der Arbeit war es, Elitozid als ein bisher wenig untersuchtes Phänomen im Rahmen der Kriegsstrategie der ethnischen Homogenisierung („ethnic cleansing“) zu untersuchen und als soziologisch-strafrechtlichen Begriff wissenschaftlich herauszuarbeiten. Das Projekt wurde 2007 abgeschlossen.
Promotionsprojekt: Dennis Gratz, M.A.

Aspekte chinesisch-europäischer Sicherheitszusammenarbeit

Das Vorhaben befasste sich mit den Sicherheitsbeziehungen zwischen China und der EU vor dem Hintergrund des strategischen Dialogs zwischen beiden Akteuren. Aufbauend auf einer Analyse des jeweiligen Sicherheitsverständnisses und der daraus abgeleiteten Strategien und Aktivitäten wurden konkrete Kooperationsmöglichkeiten auf interregionaler und globaler Ebene sowie Möglichkeiten im Bereich des gemeinsamen „capacity building“ untersucht. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der East China Normal University (ECNU) durchgeführt und 2007 abgeschlossen.
Projektleitung: Prof. Dr. Hans J. Gießmann / Dr. Hans-Georg Ehrhart
Projektbearbeiter: Bernt Berger, MSc. Phil.

Privatisierung des Sicherheitssektors in peripheren postsozialistischen Staaten

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Projekt untersuchte Formen der Privatisierung staatlicher Sicherheit in postsozialistischen Gesellschaften. Anknüpfend an das Paradigma der Modernisierungstheorie verband das Projekt Hypothesen über die Herrschaftslogik hybrider Staaten mit methodisch einheitlich angelegten Fallstudien. Die empirischen Forschungen konzentrierten sich auf die Polizei in Albanien und Georgien. Das Projekt wurde 2006 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Hans-Georg Ehrhart
Projektbearbeiter: Dipl. Pol. Stephan Hensell

Normensozialisation in Russland – Chancen und Grenzen europäischer Menschenrechtspolitik gegenüber der Russländischen Föderation

Der „Export“, das heißt die Übertragung internationaler und europäischer Menschenrechtsnormen nach Russland und ihre Internalisierung ist Teil der außenpolitischen Strategie der Europäischen Union gegenüber der RF. Für die EU stellt Russland ein Raum mit besonderer sicherheitspolitischer Bedeutung dar. Eine erfolgreiche Demokratisierung wird als Mittel zur langfristigen Stabilisierung des Landes und Beitrag zur europäischen Sicherheit verstanden. Die Arbeit untersucht die Wirkungsmechanismen von und Erfolgsbedingungen für europäische Menschenrechtspolitik gegenüber Russland. Dabei stellte sich die Frage nach den möglichen externen und internen Einflussstrukturen und deren Wechselwirkung als Bedingung für den erfolgreichen Transfer internationaler Menschenrechtsnormen von der EU nach Russland. Das Projekt wurde 2006 abgeschlossen.
Promotionsprojekt: Dr. Regina Heller

Demokratie in der Armee. Demokratisierung von Streitkräften im Kontext europäischer Sicherheit I (DemoS I)

Das Projekt untersuchte vergleichend die zentralen Demokratiedefizite innerhalb der Streitkräfte Deutschlands und anderer EU-Staaten. Untersuchungsgegenstände waren die Wehrverfassung, militärische Strukturen sowie das Prinzip von Befehl und Gehorsam. Ziel war die Erarbeitung eines umfassenden Reformkonzepts im Rahmen einer künftigen ESVP. Das Projekt wurde 2005 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Jürgen Groß

Armee in der Demokratie. Demokratisierung von Streitkräften im Kontext europäischer Sicherheit II (DemoS II)

Das Projekt befasste sich mit der Ausgestaltung der demokratischen Kontrolle über die Streitkräfte Deutschlands und anderer EU-Staaten. Besondere Bedeutung wurde der Parlamentsbeteiligung im Einsatzfall zugemessen. Ziel war die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts zentraler Kontrollmechanismen im Rahmen einer künftigen ESVP. Das Projekt wurde 2005 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Jürgen Groß

Innere Führung als europäisches Friedenskonzept (DemoS V)

Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Baudissin-Dokumentationszentrum an der Führungsakademie der Bundeswehr durchgeführt wurde, untersuchte die europa- und friedenspolitischen Elemente von Baudissins Konzeption der Inneren Führung und Möglichkeiten ihrer Einbettung in eine künftige gemeinsame Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU. Das Projekt wurde 2005 abgeschlossen.
Projektleitung: OTL i.G. Dr. Jürgen Groß / Dr. Claus Frhr. v. Rosen, FüAk BW (verantw.)

Sicherheit 'im Broader Middle East’: Herausforderungen für EU und NATO

Das empirisch-analytisch und komparativ angelegte Projekt hatte die Untersuchung der sicherheitspolitischen Dynamik im so genannten „Broader Middle East“ zum Gegenstand. Ausgehend von einer internationalen Konferenz zum o.a. Thema, an der regional- und sicherheitspolitische Experten sowie Vertreter der EU, der NATO, des Auswärtigen Amtes, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie des Bundesministeriums der Verteidigung teilnahmen, wurden Studien erstellt, die in gemeinsame Publikationen mündeten. Das Projekt wurde 2005 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Hans-Georg Ehrhart / Dr. Margret Johannsen
Die beiden großen deutschen Volksparteien und das "Friedensprojekt Europa". Zivilmacht, Weltmacht, Friedensmacht?
Im Rahmen des von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) geförderten Promotionsprojekts wurde die für die künftige Europa- bzw. Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland zentrale Fragestellung untersucht, welche Positionen CDU und SPD zur Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union bzw. der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) vertreten. Das vorrangige Erkenntnisinteresse galt der Frage, welches Leitbild beide Parteien für die Rolle der EU als Akteur im internationalen System formulieren. Den theoretischen Hintergrund der Studie bildete die Auseinandersetzung mit der Diskussion über diese Leitbilder: Dabei wurden die Leitbilder "Weltmacht", "Zivilmacht" und "Friedensmacht" in Theorien der Internationalen Beziehungen verortet. Das Projekt wurde 2005 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Bernhard Rinke

Die Rolle der palästinensischen Diaspora in der Konfliktentwicklung und Konflikttransformation

Untersucht wurde die Bedeutung palästinensischer Exilanten und Migranten in Westeuropa für die Dynamik des israelisch-palästinensischen Konflikts und ihrer Möglichkeiten und Grenzen, zu dessen Transformation durch Einbindung in Prozesse ziviler Konfliktbearbeitung beizutragen. Während die Empirie lehrt, dass nicht wenige Diasporagemeinschaften eine verschärfende und -verlängernde Rolle bei Konflikten in der alten Heimat spielen und dies auch im israelisch-palästinensischen Konflikts nicht ignoriert werden kann, richtete sich das Erkenntnisinteresse des Projektes auf die palästinensischen Exilgemeinschaften als potenzielle Ressource in Prozessen des Gewaltabbaus, des Dialogs und der Konfliktbeilegung. Das Projekt wurde 2005 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Margret Johannsen

CD-ROM: Warum baut Israel eine Mauer im Heiligen Land?

Das friedenspädagogische Projekt leistet einen Beitrag für die Multimediaprojektreihe des Südwestrundfunk „Warum?... Ereignisse, die Schlagzeilen machten". Der in der Leitfrage thematisierte umstrittene Bau der Sperranlage im Westjordanland diente als Schlüssel zur Darstellung des Jahrhundertkonflikts um Palästina. Texte, Fotos, Dokumente, Filme, Grafiken und Originaltöne bieten dem Nutzer eine Vielzahl von Zugängen zu dem Ereignis, seiner Vorgeschichte, seinen Folgen und möglichen Lösungswegen. Die CD-ROM wird vom Südwestrundfunk/Schulfernsehen Multimedial produziert und von den Kultusministerien der Länder Baden-Württembergs, des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz gesponsert. Das Projekt wurde 2005 abgeschlossen.
Bezug über:
Warum?... Internationale Krisen. Hrsg. vom SWR-Schulfernsehen. Unter Mitarbeit von Stephan Hensell (Jugoslawien), Margret Johannsen (Nahost) u.a. Baden-Baden 2006. CD-ROM.
http://www.wissen.swr.de/sf/04_mul01.php
Projektleitung: Dr. Margret Johannsen

EU-Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert

Das Forschungsprojekt "EU-Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert" befasste sich mit den jüngsten Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sowie der Gemeinsamen Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Ziel des internationalen Kooperationsprojektes, an dem Teilnehmer aus acht Ländern und zwölf Forschungseinrichtungen beteiligt waren, war die Anfertigung einer Studie, die vier Themenfelder umfasste: Herausforderungen und Bedrohungen, EU im Wandel, EU als internationaler Akteur und Fähigkeiten. Das Projekt wurde 2005 abgeschlossen.
Projektleitung: Dr. Hans-Georg Ehrhart / Dr. Burkard Schmitt (EU Institute for Security Studies, Paris)