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Friedensgutachten

Das Friedensgutachten ist das unabhängige deutschsprachige Jahrbuch zur Friedens- und Sicherheitspolitik. Es erscheint fortlaufend seit 1987 als gemeinsame Publikation des IFSH mit zwei weiteren friedenswissenschaftlichen Forschungsinstituten, der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt/Main und der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg. 2002 wurde der Herausgeberkreis um das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC) und das Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) in Duisburg erweitert.

Internationale Konflikte und friedensgefährdende Entwicklungen werden kontinuierlich beobachtet und untersucht. Jedes Friedensgutachten enthält ca. fünfzehn Fall- und Problemanalysen aus der Forschungsarbeit der beteiligten Institute. Bei Bedarf werden Gastautoren und Gastautorinnen hinzugezogen. Die „Stellungnahme der Herausgeberinnen und Herausgeber: Aktuelle Entwicklungen und Empfehlungen“ zieht Bilanz, pointiert die Ergebnisse und richtet konkrete Empfehlungen an die friedens- und sicherheitspolitische Praxis in Deutschland und Europa.

Die wirksamste Strategie gegen den Krieg ist zu verhindern, dass er entsteht. Kausale Krisenprävention und Konfliktpolitik, die an den Wurzeln der Gewalt ansetzt, beschreiben die Kernaufgaben der Friedensforschung. Unter den Kriegsursachen stehen heute wirtschaftliche Rückständigkeit, Umweltzerstörung, Bevölkerungsdruck sowie staatliche und soziale Desintegrationsprozesse, die zu Nationalismus, Fundamentalismus, Militarismus und Terrorismus führen, im Vordergrund. Sie zählen ebenso zu den Themen, die das Friedensgutachten regelmäßig aufgreift, wie die gewaltbegrenzenden Gegenkonzepte: Völkerrecht, Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung, Rüstungskontrolle, Abrüstung.

Aktive politische Kriegsverhütung und zivile Konfliktlösung zeitigen häufig nicht den gewünschten Erfolg. Die Schauplätze, an denen Gewaltverhinderung scheitert und Waffen wieder den Ton angeben, gehören deshalb gleichermaßen in das Blickfeld des Friedensgutachtens. Schwerpunkte der Analyse kriegerischer Auseinandersetzungen und regionaler Konflikte waren in den vergangenen Jahren das subsaharische Afrika, der Nahe und Mittlere Osten, der Kaukasus, der Balkan und Osteuropa. Vor dem Hintergrund der Folgen misslungener Konfliktvorsorge analysiert das Friedensgutachten die strukturellen Voraussetzungen und Erfordernisse einer problemgerechten, leistungsfähigen internationalen, insbesondere europäischen Friedens- und Sicherheitsordnung.

Außer an Experten und Expertinnen wendet sich das Friedensgutachten in verständlicher Sprache auch an Leser und Leserinnen, die interessiert, aber nicht notwendigerweise fachkundig sind. Über die Darstellung und Bewertung politischer Entwicklungen hinaus will es Bedingungs- und Wirkungszusammenhänge zwischen- und innerstaatlicher Konflikte verdeutlichen, Lösungsansätze aufzeigen und zur eigenständigen Urteilsbildung anregen.

In der ersten Junihälfte jeden Jahres wird das Friedensgutachten vor der Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt. Die öffentliche Wahrnehmung der Ergebnisse wird seit einigen Jahren durch den Meinungsaustausch der Herausgeber und Herausgeberinnen mit dem politischen Berlin verstärkt, z.B. mit den Ausschüssen für Verteidigung, für Äußeres, für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und für Menschenrechte, mit dem Planungsstab des Auswärtigen Amts, mit dem Verteidigungsministerium und mit dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie 2015 erstmals mit der Auslandsabteilung des Bundespräsidialamtes. Hinzu kommt der Meinungsaustausch mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wie Pax Christi oder dem Weltfriedensdienst.

Das Friedensgutachten erscheint als Buch von rund 250 Seiten im LIT Verlag, Münster, und kann zum Preis von 12,90 Euro über den Buchhandel bezogen werden. Für das IFSH koordiniert die Arbeiten am Friedensgutachten Margret Johannsen.


www.friedensgutachten.de