Neue Publikation: NATO als Kernpunkt deutscher Staatsräson

Prof. Dr. Michael Brzoska, Dr. Hans-Georg Ehrhart

Die Reden von der NATO als „Kernpunkt deutscher Staatsraison“ zielen darauf, Debatten um den richtigen Weg in der Friedens- und Sicherheitspolitik abzuschneiden. Eine solche Mystifizierung der NATO ist weder mit ihrer Funktion noch mit ihrer Geschichte vereinbar. Als Militärallianz deckt die NATO nur einen Teilbereich der Sicherung von Leben und gesellschaftlicher Ordnung insgesamt und selbst von Frieden und Sicherheit vor äußerer Bedrohung ab. Auch die aktuelle militärische Bedeutung der NATO ist kein hinreichender Grund, um nicht über europäische Alternativen nachzudenken. Die Behauptung, die Souveränität Deutschlands oder der Zusammenhalt des „Westen“ seien von der Existenz der NATO abhängig, greift deutlich zu kurz. Diese symbolische Überhöhung der NATO ist ein Mythos.

Michael Brzoska/Hans-Georg Ehrhart, Mythos II: „Die Nato ist der Kernpunkt deutscher Staatsräson“, in: Die Friedens-Warte. Journal of International Peace and Organization, Vol. 94, 2021, Nr. 3-4, S. 237-247.

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Zum gleichen Thema haben die beiden Autoren auch einen Beitrag für die Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) verfasst. Darin analysieren Prof. Dr. Michael Brzoska und Dr. Hans-Georg Ehrhart, warum eine symbolische Überhöhung und Mystifizierung der NATO weder mit ihrer Funktion noch mit ihrer Geschichte vereinbar ist.