Vita

Dr. Anne Menzel ist Koordinatorin des Masterstudiengangs "Peace and Security Studies" und wissenschaftliche Mitarbeiterin am IFSH. Zuletzt war sie als Wissenschaftlerin und akademische Koordinatorin der Forschungseinheit „Orders“ am Exzellenzcluster „Contestations of the Liberal Script“ an der Freien Universität in Berlin tätig. Zuvor arbeitete sie am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg, am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle sowie am Institut für Geschichte der Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. Anne Menzel studierte Politikwissenschaft und wurde an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über Gefährlichkeit und unfriedliche Beziehungen in der sierra-leonischen Nachkriegsgesellschaft promoviert. Ihre Promotion wurde von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Nach der Promotion arbeitete sie ein Jahr lang als freiberufliche Beraterin zu Gender und Peacebuilding, vor allem für die NGO International Alert.

Forschungsprofil | aktuelle Projekte

Anne Menzels Forschung verbindet ihr Interesse an Policy-relevanten Problemen mit ethnographischer Forschung und soziologischen Perspektiven auf Konflikte und Machtverhältnisse. Dabei nimmt sie insbesondere geberfinanzierte und professionell umgesetzte Maßnahmen im Namen von Frieden, Gerechtigkeit und Fortschritt in den Blick: Wie verhalten sich solche Maßnahmen zu den Hoffnungen und Kämpfen derjenigen, deren Lebenslagen verbessert werden sollen? Wann und wie werden Alternativen zu geberfinanzierter Projektarbeit denkbar und machbar? Dies sind Schlüsselfragen in Anne Menzels Forschung. Der Großteil ihrer Arbeit konzentrierte sich bislang auf Sierra Leone, wo sie umfangreiche Feldforschung unter anderem zu Nachkriegsgewalt, zu Entwicklungsenttäuschungen und zu geberfinanzierten Girl-Empowerment-Maßnahmen durchführte. Zudem forschte sie vergleichend zu den Wahrheitskommissionen in Sierra Leone und Kenia und untersuchte insbesondere Machtverhältnisse, die die Arbeit der Kommissionen insgesamt prägten. Derzeit entwickelt Anne Menzel ein Projekt, das diese Perspektiven in die Untersuchung professioneller Präventionsarbeit und Anti-Rassismus-Initiativen in Deutschland einbringen soll.

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Menzel, Anne, Lisa Tschörner. 2022.
    Responding to Sexual Violence: How (De-) Politicization and Technicalization Shape Donor-Funded Interventions.
    International Peacekeeping 30 (1): 128-154. DOI: 10.1080/13533312.2022.2157820.
  • Menzel, Anne. 2021.
    Delivering Output and Struggling for Change: Tacit Activism among Professional Transitional Justice Work in Sierra Leone and Kenya.
    Cooperation and Conflict 56 (4): 414-431. DOI: 10.1177/00108367211000800.
  • Menzel, Anne. 2020.
    The Pressures of Getting It Right: Expertise and Victims’ Voices in the Work of the Sierra Leone Truth and Reconciliation Commission (TRC).
    International Journal of Transitional Justice 14 (2): 300-319. DOI: 10.1093/ijtj/ijaa011.
  • Menzel, Anne. 2019.
    ‘Without Education You Can Never Become President’: Teenage Pregnancy and Pseudo-empowerment in Post-Ebola Sierra Leone.
    Journal of Intervention and Statebuiling 13 (4): 440-458. DOI: 10.1080/17502977.2019.1612992.
  • Menzel, Anne. 2015.
    Was vom Krieg übrig bleibt: Unfriedliche Beziehungen in Sierra Leone.
    Bielefeld: transcript. DOI: 10.14361/transcript.9783839427798.