IFSH-Pressemitteilung zum NATO-Truppenabzug aus Afghanistan

 

20 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wollen die USA ihre Truppen aus Afghanistan abziehen. Die USA sind der größten Truppensteller in dem Land, gefolgt von Deutschland. In Folge haben Mittwochabend nun auch die Außen- und Verteidigungsminister der NATO den Truppenabzug aus Afghanistan offiziell beschlossen. Eine Einschätzung von Prof. Dr. Michael Brzoska:


„Der Afghanistan-Abzug ist das lange überfällige Eingeständnis, dass das (auch) militärische Engagement dort an seine Grenzen gestoßen ist. Die vielfältigen Konfliktlinien in Afghanistan sind durch den inzwischen fast zwei Generationen andauernden Krieg vertieft worden. Die von den USA geführte Militärallianz hat zu dieser Vertiefung der Konfliktlinien in verschiedenen Phasen des Krieges seit 2001 ebenso beigetragen wie politische Zielsetzungen, die angesichts der sozialen Gegebenheiten in dem Land nicht erreichbar waren. Der jetzt angekündigte Abzug ist zwar folgerichtig, lässt aber auch für die nähere Zukunft eine Fortsetzung der Kämpfe befürchten.“

 

Prof. Dr. Michael Brzoska ist ehemaliger Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH).

Die IFSH-Pressemitteilung vom 15.04.2021 als pdf herunterladen.