Vita

Anna Kreikemeyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am IFSH. Sie forscht zu friedensrelevanten Entwicklungen im postsowjetischen Raum. Im Fokus standen zunächst die Rolle Russlands in bewaffneten Konflikten im GUS-Raum, das säkular-islamische Verhältnis in Tadschikistan, die Wechselwirkungen von externer Demokratisierungspolitik und Sicherheit (Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan), die EU-Zentralasienstrategien, der Zusammenhang zwischen Gesellschaftsstruktur und Außenpolitik neopatrimonialer Staaten und zuletzt der lokale Friedensaufbau sowie der Stellenwert von Friedenforschung in Eurasien. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, promovierte an der Universität Hamburg zur „Friedensfähigkeit Russlands", war Stipendiatin der VolkswagenStiftung im Aufbaustudium "Osteuropa" an der FU Berlin und studierte an den Universitäten Erlangen und Zürich.

Forschungsprofil | aktuelle Projekte

Ein aktueller Schwerpunkt in Anna Kreikemeyers Arbeit sind Perspektiven von Friedensforschung in Europa und Eurasien. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Gestaltung lokalen Friedens in nicht-westlichen Ordnungen. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Kaukasus und Zentralasien erarbeitet sie eine Publikation zu den wenig erforschten Kapazitäten unterschiedlicher lokaler Akteure (Älteste, Frauen, lokale NGOs, Journalisten et al.) gesellschaftliche Konflikte ohne und mit externer Unterstützung zu regeln. Damit strebt sie einen Beitrag zur post-liberalen Debatte über die Krise des Peacebuilding an. Ihre Forschungsergebnisse fließen in den akademischen Austausch mit dem eurasischen Raum ein. Gemeinsam mit dem Centre for Peace Studies, Tromsø und der Universitäten in Kirgisistan, Georgien und der Ukraine gründete sie den „Eurasia Peace Studies Exchange“, der vom Norwegischen Centre for International Cooperation in Education finanziert wird.

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Kreikemeyer, Anna. 2018.
    Hybridity revisited. Zum Stellenwert von Hybriditätsperspektiven in der Friedensforschung.
    Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung 7 (2): 287-315. DOI: 10.5771/2192-1741-2018-2-287.
  • Hojiev, Khushbakht, Anna Kreikemeyer. 2018.
    “Everyday Peace” in Jabbor Rasulov, Tajikistan: Local Social Order and Possibilities for a Local Turn in Peace Building.
    In: Interrogating Illiberal Peace in Eurasia, hrsg. von Catherine Owen, Shairbek Juraev, David Lewis, Nick Megoran, John Heathershaw, 121-144. London: Rowman & Littlefield.
  • Kreikemeyer, Anna. 2017.
    Prospects for Peace Research in Central Asia. Between Discourses of Danger, Normative Divides and Global Challenges.
    Osnabrück: Deutsche Stiftung Friedensforschung.
  • Berg, Andrea, Anna Kreikemeyer. 2006.
    Realities of Transformation. Democratization Policies in Central Asia Revisited.
    Demokratie, Sicherheit, Frieden 174. Baden-Baden: Nomos.
  • Kreikemeyer, Anna, Andrei Zagorski. 1997.
    Rußlands Politik in bewaffneten Konflikten in der GUS. Zwischen Alleingang und kooperativem Engagement.
    Demokratie, Sicherheit, Frieden 110. Baden-Baden: Nomos.