Gemeinsame Online-Veranstaltung mit der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung

Streitkräfte für den Frieden: Geschichte, Gegenwart und Zukunft der „Inneren Führung“

Keynote: Dr. Eva Högl, Wehrbeauftragte des Bundestags

Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens widmet das IFSH seinem Gründungsdirektor General Wolf Graf von Baudissin eine eigene Veranstaltung. Von Baudissin war nicht nur maßgeblich am Aufbau des Instituts beteiligt. Als Urheber des Konzepts der Inneren Führung prägte der General in den 1950er-Jahren entscheidend den Neuaufbau der deutschen Streitkräfte. Bis heute sind seine Ideen das Wertefundament und Selbstverständnis der Bundeswehr.  Das Konzept der Inneren Führung setzt dem militärischen „Befehl und Gehorsam“ Grenzen. Denn es begreift Bundeswehrsoldat*innen als „Staatsbürger in Uniform“, die den Normen und Werten des Grundgesetzes besonders verpflichtet sind, für Demokratie, Freiheit, Frieden und Menschenwürde einstehen, danach handeln und diese Werte vorleben sollen. Selbst denken, statt blind zu gehorchen ist das Gebot und soll den Gegensatz zum soldatischen „Kadavergehorsam“ im Nationalsozialismus darstellen.

Während seiner Zeit als Verteidigungsminister trug Helmut Schmidt entscheidend zur Umsetzung des Konzeptes bei. Schmidt galt als vehementer Verfechter einer fest in der Gesellschaft verankerten Bundeswehr. In einer gemeinsamen Veranstaltung des IFSH und der Bundeskanzler-Helmut Schmidt-Stiftung sprechen Expert*innen über dieses Führungskonzept der Bundeswehr, das in Zeiten von Auslandseinsätzen, rechtsextremer Vorfälle und durch den Einsatz autonomer Waffen an seine Grenzen zu stoßen scheint. Die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Dr. Eva Högl, führt in die Diskussion ein, erläutert die historische Bedeutung des Konzepts und nimmt zu seiner aktuellen Relevanz Stellung.

Die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und das IFSH laden Sie herzlich zu dieser digitalen Veranstaltung ein.

Programm:

Keynote: Dr. Eva Högl, Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags

Es diskutieren:

  • Prof. Dr. Dagmar Bussiek, Historikerin und Baudissin-Biografin
  • Dr. Magnus Koch, Leiter Arbeitsbereich Ausstellungen und Geschichte, Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung
  • Dr. Hendrik Hegemann, Referent im Forschungsbereich Gesellschaftlicher Frieden und Innere Sicherheit, IFSH
  • Prof. Dr. Stefan Bayer, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg

Moderation:

  • Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung
  • Prof. Dr. Ursula Schröder, wissenschaftliche Direktorin des IFSH

Anmeldung:

Eine Anmeldung oder Einwahldaten sind nicht nötig. Um teilzunehmen, klicken Sie einfach auf diesen Link, der Sie direkt zum Livestream auf den YouTube-Kanal der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stfitung führt: youtu.be

Weiterführende Artikel und historische Fotos finden Sie zudem auf unserer Jubiläumsjahrseite. Dort beschäftigt sich u.a. Prof. Frank Reininghaus mit dem Vermächtnis des Generals und fragt, in welchem Verhältnis die Friedensforschung zur Bundeswehr steht: ifsh.de/news-detail/das-vermaechtnis-baudissins-friedensforschung-und-bundeswehr-in-welchem-verhaeltnis-stehen-sie-zueinander