Auftakt zum Peace Jam! Interaktive Illustration & Games meets Friedensforschung

Die Keynote zu Spielekultur und politischer Arbeit sprach Mick Prinz, Experte der Amadeu Antonio Stiftung und Leiter der Initiative „Good Gaming – Democracy Well Played“.

Auf die Keynote folgte eine Präsentation von Micha Fritz (Mitte), Co-Initiator von Viva con Agua.

Weitere Impulsvorträge kamen von diesen IFSH-Wissenschaftler:innen (von links nach rechts): Dr. Hendrik Hegemann, Dr. Janina Pawelz, Alona Shestopalova, Dr. Regina Heller, Reem Ahmed.

Reem Ahmed, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich "Gesellschaftlicher Frieden und Innere Sicherheit " hielt einen kurzen Impulsvortrag über Online-Extremismus.

Auch Alona Shestopalova, Hilfskraft im Zentrum für OSZE-Forschung am IFSH, stellte den Studierenden ihre Arbeitsschwerpunkte kurz vor.

Nach den Impulsvorträgen der IFSH-Wissenschaftler:innen konnten in Kleingruppen vertiefende Fragen von den Spieleentwickler:innen gestellt werden.

Den Studierenden standen jede Menge Informationen auch in Form von IFSH-Policy-Briefs und Research Reports zur Verfügung.

Die kreative Entwicklungsphase der Spiele mit friedenspolitischen Inhalten beginnt.

Die ersten Charaktere entstehen.

Skizzen per Hand helfen beim kreativen Prozess.

Am Ende des zweiten Tages des Game Jam stellten die einzelnen Gruppen ihre Konzepte und ersten Ergebnisse vor.

Die Leiterin des "Peace Jam"-Projekt Dr. Janina Pawelz (vorne links) und die Studierenden waren mit dem "Game Jam"-Wochenende vollauf zufrieden.
Die Anziehungskraft von Computerspielen ist groß: Mehr als die Hälfte aller Deutschen „zockt“. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. In Verruf geriet die Spielewelt insbesondere durch die sogenannten Ego-Shooter-Spiele. Videospiele können aber auch Innovationstreiber, Wegbereiter und sozialer Motor sein. Kriegsfronten, politische Achsen oder Grundlinien internationaler Beziehungen können spielerisch verändert und neu zusammengesetzt werden. Sogenannte Serious Games und Indie Games als spielerische Lehrstücke werden zunehmend zur Prävention und Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus genutzt.
Genau hier setzt das interdisziplinäre Projekt „Peace Jam“ unter der Leitung von IFSH-Friedensforscherin Dr. Janina Pawelz an. Junge Kreative, die an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) „Interaktive Illustration und Games“ studieren, kamen am 1. und 2. April 2023 mit Friedensforscher:innen des IFSH und Vertretern von Viva con Agua zusammen.
Bei diesem zweitägigen Workshop – einem sogenannten Game Jam – wurden zunächst Vorträge gehalten. Den Kick-Off gab Keynotespeaker Mick Prinz, Experte der Amadeu Antonio Stiftung, zu Spielekultur und politischer Arbeit und Leiter der Initiative „Good Gaming – Democracy Well Played“, der die beiden Felder Spieleentwicklung und Sozialwissenschaften zusammenbrachte. Er gab einen Überblick über die thematische Vielfalt von Spielen über Krieg und Frieden sowie tiefe Einblicke darüber, wie Rechtsextreme Gaming-Plattformen nutzen und Gaming Communities instrumentalisieren. Micha Fritz, Co-Initiator von Viva con Agua, gab Gedankenanstöße über Privilegien und Ungleichheit und sprach in seinem Vortrag über (den Mangel von) social businesses in der Games-Industrie und Fördermöglichkeiten für Spieleentwicklung.
Im Anschluss haben die IFSH-Wissenschaftler:innen Dr. Hendrik Hegemann, Dr. Regina Heller, Reem Ahmed und Alona Shestopalova Kurzvorträge über politische Polarisierung, konstruktive Konfliktbearbeitung, Online-Extremismus, Perspektiven und Framing in Zeiten von Krieg gehalten. In Kleingruppen mit insgesamt 26 Studierenden haben die IFSH-Wissenschaftler:innen über ihre Themen weiterdiskutiert und in einem ersten gemeinsamen Brainstorming Ideen für Computerspiele entwickelt. Die kreativen Köpfe saßen mit Pizza und Mate gestützt bis tief in die Nacht an ihren Tablets und Laptops, konzipierten mit den Friedensthemen im Kopf die Storyline ihres Spiels, programmierten Code und zeichneten Charaktere. Sechs Computerspiel-Prototypen konnten bis Sonntag Abend entwickelt und vorgestellt werden. Die Themen der IFSH-Wissenschaftler:innen wurden sehr kreativ, abstrakt auf unterschiedlichen Ebenen in den Computerspielen integriert: von hinkenden Friedenstauben, die auf Gegner scheißen, Gerechtigkeit und Diplomatie in der Verteilung von Pizza-Belägen und Indoktrinationsversuche in einer Birnen-Diktatur. Computerspiel-Settings und Charaktere symbolisieren ohne politische Wertung reale Konflikte. IFSH-Inputs zu Konflikten und Frieden spiegeln sich auch in Entscheidungsverläufen von den neuen Computerspielen wider, in denen ungewöhnliche Lösungen und kooperative Strategien zum Ziel führen.
Die fertigen Spiele werden auf einem internationalen Kunst-, Musik- und Kulturfestival, der Millerntor Gallery, im Fußballstadion des FC Sankt Pauli präsentiert. Besucher:innen des Festivals bekommen die Möglichkeit, die fertigen Spiele vor Ort vom 13. – 16. Juli 2023 auszuprobieren. Hamburger Bürger:innen und andere Interessierte können die fertigen auf dem internationalen Kunst-, Musik- und Kulturfestival „Millerntor Gallery“ vom 13.-16. Juli 2023 ausprobieren – und ,wenn sie möchten, erwerben. Der Erlös geht an die Künstler:innen und unterstützt die Arbeit von Viva con Agua. Die „Millerntor Gallery“ findet im Fußballstadion des FC Sankt Pauli statt und hat jährlich rund 17.000 Besucher:innen. Sie ist eine international bekannte Plattform für Austausch und Dialog. Die Festival-Initiatoren „Viva con Agua“ und der Sportverein FC Sankt Pauli wollen zu gesellschaftlichem Engagement inspirieren.

Die Keynote zu Spielekultur und politischer Arbeit sprach Mick Prinz, Experte der Amadeu Antonio Stiftung und Leiter der Initiative „Good Gaming – Democracy Well Played“.

Auf die Keynote folgte eine Präsentation von Micha Fritz (Mitte), Co-Initiator von Viva con Agua.

Weitere Impulsvorträge kamen von diesen IFSH-Wissenschaftler:innen (von links nach rechts): Dr. Hendrik Hegemann, Dr. Janina Pawelz, Alona Shestopalova, Dr. Regina Heller, Reem Ahmed.

Reem Ahmed, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich "Gesellschaftlicher Frieden und Innere Sicherheit " hielt einen kurzen Impulsvortrag über Online-Extremismus.

Auch Alona Shestopalova, Hilfskraft im Zentrum für OSZE-Forschung am IFSH, stellte den Studierenden ihre Arbeitsschwerpunkte kurz vor.

Nach den Impulsvorträgen der IFSH-Wissenschaftler:innen konnten in Kleingruppen vertiefende Fragen von den Spieleentwickler:innen gestellt werden.

Den Studierenden standen jede Menge Informationen auch in Form von IFSH-Policy-Briefs und Research Reports zur Verfügung.

Die kreative Entwicklungsphase der Spiele mit friedenspolitischen Inhalten beginnt.

Die ersten Charaktere entstehen.

Skizzen per Hand helfen beim kreativen Prozess.

Am Ende des zweiten Tages des Game Jam stellten die einzelnen Gruppen ihre Konzepte und ersten Ergebnisse vor.